Theatertage der bayerischen Realschulen - Bericht von Wolfram Brüninghaus
Die 38. Theatertage der bayerischen Realschulen fanden vom 26. bis 28.4.2025 in Eichstätt statt.
Um einen Eindruck zu gewinnen, wird über zwei Aufführungen berichtet, die Aufsehen erregten und aufhören ließen.
Es beteiligten sich folgende sechs Schulen:
Staatliche Realschule Neusäß - „Rave the Wave“
Markgraf-Friedrich-Realschule - „Sind wir nicht alle ein bisschen shockheaded?“
Staatliche Realschule Neusäß - „Die Katz! Die Katz!“ (Theaterklasse)
Städtische Ricarda-Huch-Realschule München - „Netboy“
Hans-Böckler-Realschule Fürth - „Das Gewicht der Münze“
Johann-Simon-Mayr-Realschule Riedenburg - „Biedermann und die Brandstifter“
Farbe bekennen
„Sind wir nicht alle ein bisschen shockheaded?“ Eigenproduktion nach Motiven des „Struwwelpeter“ - Markgraf-Friedrich-Realschule Rehau unter Leitung von Sandra Pflock
Ein übergroßes von KI generiertes Struwwelpeter-Porträt leuchtet bis in die letzte Reihe der weiten Stadttheaterhalle und lässt sogleich ahnen, dass die acht Mädchen von der Realschule Rehau Altes mit Neuem verbinden werden. Weiß gekleidet geben sie der von Heinrich Hoffmann erdachten und gestalteten Vorlage spielerische Farbigkeit. Sie wagten den Schritt von der Vorlage, die vor über 20 Jahren jedes Kind von den Großeltern noch vorgelesen bekam, zu einer theatral durchwirkten Szenenabfolge wie aus einem Guss. Divergenzen in der Rezeption wurden ebenso herausgespielt wie die tradierten, drastischen und fragwürdigen Erziehungsmaßnahmen. Es fehlte nicht an zwinkernden Augen, die bewiesen, dass die Mädchen sich im Unterricht und in den Proben gründlich mit der literarischen Vorlage auseinander gesetzt hatten.
Ganz aktuell beginnt die Aufführung mit dem Anfang der Struwwelpeter-Geschichten in Englisch aus dem Lautsprecher. Und aus einer Liegeposition ist das Herzpochen der Mädchen zu hören, sie werden allmählich lebendig, flüstern, kabbeln, stehen auf und laufen wild verzweifelt los, bis sie in einer Pulkaufstellung zum Stillstand kommen. In exakt chorischem Sprechen berichten sie von ihren eigenen Struwwelpeter-Erfahrungen. Da sparen sie nicht mit schrecklichen Gefühlen, mit Gruselmomenten, aber auch nicht mit Faszination. Sie zeigen Schwimmbewegungen und Turnübungen, um die ein heranwachsender Mensch nicht herumkommt. Und einen Stuhlkreis bringen sie zum Kippen, fangen ihn wieder auf und lassen ihn schließlich mit Getöse zum Boden fallen. Der Zappelphilipp bekam seine Geschichte ohne Worte. Erziehliche Reglementierungen rasseln durcheinander über die Bühne. Schon geht’s nahtlos über in eine Bewegungsformation mit Schnipp-Schnapp-Armschwüngen und dem unvermeidlichen Aua am Ende. Nun wechselt die Projektion zum Friederich, dem argen Wüterich. Da geraten die Mädchen in wildes Haarziehen, bis sie in kauernder Leidenshaltung zu Boden gehen. Schon entwickelt sich die deutliche Szene des Hans-guck-in-die-Luft mit einer literarischen Petitesse im Gedicht von Eugen Gomringer (er lebte übrigens in Rehau und verstarb 100jährig am 21.8.2025 in Bamberg):
Die 38. Theatertage der bayerischen Realschulen fanden vom 26. bis 28.4.2025 in Eichstätt statt.
Um einen Eindruck zu gewinnen, wird über zwei Aufführungen berichtet, die Aufsehen erregten und aufhören ließen.
Es beteiligten sich folgende sechs Schulen:
Staatliche Realschule Neusäß - „Rave the Wave“
Markgraf-Friedrich-Realschule - „Sind wir nicht alle ein bisschen shockheaded?“
Staatliche Realschule Neusäß - „Die Katz! Die Katz!“ (Theaterklasse)
Städtische Ricarda-Huch-Realschule München - „Netboy“
Hans-Böckler-Realschule Fürth - „Das Gewicht der Münze“
Johann-Simon-Mayr-Realschule Riedenburg - „Biedermann und die Brandstifter“
Farbe bekennen
„Sind wir nicht alle ein bisschen shockheaded?“ Eigenproduktion nach Motiven des „Struwwelpeter“ - Markgraf-Friedrich-Realschule Rehau unter Leitung von Sandra Pflock
Ein übergroßes von KI generiertes Struwwelpeter-Porträt leuchtet bis in die letzte Reihe der weiten Stadttheaterhalle und lässt sogleich ahnen, dass die acht Mädchen von der Realschule Rehau Altes mit Neuem verbinden werden. Weiß gekleidet geben sie der von Heinrich Hoffmann erdachten und gestalteten Vorlage spielerische Farbigkeit. Sie wagten den Schritt von der Vorlage, die vor über 20 Jahren jedes Kind von den Großeltern noch vorgelesen bekam, zu einer theatral durchwirkten Szenenabfolge wie aus einem Guss. Divergenzen in der Rezeption wurden ebenso herausgespielt wie die tradierten, drastischen und fragwürdigen Erziehungsmaßnahmen. Es fehlte nicht an zwinkernden Augen, die bewiesen, dass die Mädchen sich im Unterricht und in den Proben gründlich mit der literarischen Vorlage auseinander gesetzt hatten.
Ganz aktuell beginnt die Aufführung mit dem Anfang der Struwwelpeter-Geschichten in Englisch aus dem Lautsprecher. Und aus einer Liegeposition ist das Herzpochen der Mädchen zu hören, sie werden allmählich lebendig, flüstern, kabbeln, stehen auf und laufen wild verzweifelt los, bis sie in einer Pulkaufstellung zum Stillstand kommen. In exakt chorischem Sprechen berichten sie von ihren eigenen Struwwelpeter-Erfahrungen. Da sparen sie nicht mit schrecklichen Gefühlen, mit Gruselmomenten, aber auch nicht mit Faszination. Sie zeigen Schwimmbewegungen und Turnübungen, um die ein heranwachsender Mensch nicht herumkommt. Und einen Stuhlkreis bringen sie zum Kippen, fangen ihn wieder auf und lassen ihn schließlich mit Getöse zum Boden fallen. Der Zappelphilipp bekam seine Geschichte ohne Worte. Erziehliche Reglementierungen rasseln durcheinander über die Bühne. Schon geht’s nahtlos über in eine Bewegungsformation mit Schnipp-Schnapp-Armschwüngen und dem unvermeidlichen Aua am Ende. Nun wechselt die Projektion zum Friederich, dem argen Wüterich. Da geraten die Mädchen in wildes Haarziehen, bis sie in kauernder Leidenshaltung zu Boden gehen. Schon entwickelt sich die deutliche Szene des Hans-guck-in-die-Luft mit einer literarischen Petitesse im Gedicht von Eugen Gomringer (er lebte übrigens in Rehau und verstarb 100jährig am 21.8.2025 in Bamberg):
hans
guckt
guckt in
guckt in die
guckt in die luft
hans guckt
hans guckt in
hans guckt in die
hans guckt in die luft
luft
luft guckt
luft guckt hans
luft guckt hans an
(hans fällt)
guckt
guckt in
guckt in die
guckt in die luft
hans guckt
hans guckt in
hans guckt in die
hans guckt in die luft
luft
luft guckt
luft guckt hans
luft guckt hans an
(hans fällt)
Abwechselnd sprechen sie die Zeilen, natürlich immer den Blick gehoben zur hohen Projektion, die Arme neben dem Kopf, bis alle die letzte Zeile sprechen „hans fällt“. Die zündelnde Pauline tänzelt übermütig über die Bühne. Erleichternder Zwischenruf: „Feueralarm aufgehoben!“ Nach kurzem Anspielen weiterer kurzer Episoden finden die Mädchen zu einer stehend-knienden Schlussformation und sprechen, was schon zu Beginn gesagt war: „Sind wir nicht alle ein bisschen shockheaded?“ Klar – die Mädchen waren es mit ihren wild zusammengebundenen Haaren und schwarzen Gesichtsbemalungen.
Durch großen Ernst, genaue Kenntnis der Vorlage und durch eine fließende Spielbewältigung begeisterten die acht Mädchen das Publikum und überraschten im anschließenden Bühnenrandgespräch mit ungewöhnlicher Eloquenz.
So ist Schultheater heute, hier aber fein abgemischt und mit deutlichem Eigenwillen.
Durch großen Ernst, genaue Kenntnis der Vorlage und durch eine fließende Spielbewältigung begeisterten die acht Mädchen das Publikum und überraschten im anschließenden Bühnenrandgespräch mit ungewöhnlicher Eloquenz.
So ist Schultheater heute, hier aber fein abgemischt und mit deutlichem Eigenwillen.
Fotos: Michael Menz
Am besten brennt die Dummheit
„Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch / Johann-Simon-Mayr-Realschule Riedenburg unter Leitung von Barbara Götz und Susanne Engel
Charmant führen die beiden Spielleiterinnen vor der Bühne stehend in das Geschehen ein, skizzieren den Inhalt, stellen die Mitwirkenden vor und ziehen ein vorläufiges Resümee: „Brände sind kein Schicksal, sondern Blödsinn.“
Das lässt aufhorchen, kennen wir doch zumeist Brände aus Unfallgeschehen und Wetterkapriolen. Die Sirene ertönt und 13 Feuerwehrleute (Unterstufe) mit Helmen, die sich seitlich bereit hielten, treten zum Appell auf der Bühne an und berichten kurz und knapp über die Brandgefahr. Und schon erscheint Biedermann, ein von sich eingenommener Haarwasserfabrikant, der sichtbar mit Wet-Frisur für sein eigenes Produkt zu werben scheint. Er echauffiert sich über die Täter der letzten Brandstiftungen im Dorf. Die nisteten sich jeweils als Obdachlose in den Häusern ein, die sie dann niederbrannten. Die drei Dienstmädchen melden dem Hausherrn Besuch an. Es ist Josef Schmitz, ehemaliger Ringer, aber jetzt obdachlos. Er bittet zunächst um Essen und Trinken, dann um Unterkunft, wobei er beklagt, dass er stets für einen Brandstifter gehalten werde. Die Dienstmädchen melden Frau Knechtling (Witwe des kürzlich entlassenen Angestellten). Sie bittet um finanzielle Unterstützung. Vergeblich. Nun plötzlich gefällt sich Biedermann in der Rolle des großherzigen Gönners und erlaubt Schmitz, auf seinem Dachboden Quartier zu beziehen. Frau Biedermann warnt vor der potenziellen Gefahr. Sie will Schmitz vor die Tür setzen. Der jedoch überzeugt Frau Biedermann von seiner Solidität, indem er sich für seine fehlenden Manieren entschuldigt, eine Ursache seiner schweren Kindheit. Nun darf er bleiben.
Die Feuerwehr rückt an und kommentiert einem (antiken) Chor gleich das bisherige Geschehen und fasst zusammen: „Eins, eins, zwei – die Rettung kommt herbei.“
Wally Eisenring – angeblich von der Feuerversicherung – klingelt. Schmitz erkennt in ihr seine Komplizin, die nun vorerst unbemerkt auf dem Dachboden einzieht. In der Nacht schleppen die beiden polternd Kanister herbei und stapeln sie auf dem Dachboden. In gedehnter Verlangsamung des Geschehens steigert sich die Spannung, womöglich entdeckt zu werden. Slapstickartig wird der Transport von einer Seite der Bühne bis hinauf zum Dachbodenpodest zu einer aberwitzigen Spielkuriosität, begleitet von dumpfen Trommelklängen aus dem Hintergrund. Biedermann konnte das nicht entgehen und er fordert beide zum Verlassen des Hauses auf. Da kommt ein Polizist herbei, meldet den Selbstmord des Mitarbeiters Knechtling, sieht die Kanister und fragt nach deren Inhalt. Doch Biedermann flüchtet sich schnell in die Ausrede, darin befinde sich Flüssigkeit für Autowischer.
Der Feuerwehr-Chor rückt an und bringt den Brandschutz in Erinnerung aufgrund des Benzingeruchs. Biedermann gefällt sich weiterhin in der Rolle des großzügigen Gönners und lädt Schmitz und Wally zum Gänsebratenessen ein. Frau Knechtling kommt abermals und wird wieder abgewiesen. Stoisch lässt sie sich abwimmeln. Beim Essen reden die beiden Brandstifter immer offener von Zündschnüren, Zündkapseln und Brandbeschleunigern. Biedermann hilft sogar beim Ausmessen der Zündschnüre, schon zu weit ist er in seinem Selbstbetrug gefesselt. Er möchte sich zudem seine beiden Gäste nicht zu Feinden machen. Und Wally bekennt gerade heraus: „Wir sind Brandstifter!“ Die beste Tarnung ist eben die Wahrheit, weil sie niemand glaube. Die drei Hausangestellten kündigen und fliehen.
Die Sirene heult, die Feuerwehr rückt aus. Die vor der Bühne liegenden Schläuche werden hoch gehalten und durchs Publikum getragen. Wally und Schmitz hatten kurz vorher noch von Biedermann tollkühn Streichhölzer erbeten und auch bekommen. Biedermann und Frau beruhigen sich, dass der Brand zum Glück nicht das eigene Haus betreffe. Und in dem Moment lodern schon die Flammen hoch auf zum unvermeidlichen Showdown mit Rauchschwaden. Da bleibt nur noch festzustellen: „Am besten brennt die Dummheit!“
Eine akribische Regiearbeit lotete intensiv die Vorlage aus. In enger Verbindung zum Text und seiner Szenenabfolge hatten sich die Spielleiterinnen für eine „klassische“ Vorgehensweise entschieden. Die Eigenart aller Figuren war präzise in jeder der Rollen herausgearbeitet und verblüffte geradezu in hoher Sprechkultur und Sprechkraft. Bei den Kostümen war auf Stileinheitlichkeit bis in kleine Details geachtet. Die große Bühne wurde so bespielt, dass die linke Hälfte dem Dachbodenpodest zugewiesen war und auf der rechten Hälfte sich das übrige Geschehen zeigte. Durch geschickte Ausleuchtung waren die Szenen aneinander gebunden. Somit konnten sich alle Mitwirkenden auf der Bühne bereithalten und schnell in die Szenen hineinschlüpfen.
Mit diesem Lehrstück für die Unbelehrbaren gingen die Theatertage glanzvoll zu Ende.
„Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch / Johann-Simon-Mayr-Realschule Riedenburg unter Leitung von Barbara Götz und Susanne Engel
Charmant führen die beiden Spielleiterinnen vor der Bühne stehend in das Geschehen ein, skizzieren den Inhalt, stellen die Mitwirkenden vor und ziehen ein vorläufiges Resümee: „Brände sind kein Schicksal, sondern Blödsinn.“
Das lässt aufhorchen, kennen wir doch zumeist Brände aus Unfallgeschehen und Wetterkapriolen. Die Sirene ertönt und 13 Feuerwehrleute (Unterstufe) mit Helmen, die sich seitlich bereit hielten, treten zum Appell auf der Bühne an und berichten kurz und knapp über die Brandgefahr. Und schon erscheint Biedermann, ein von sich eingenommener Haarwasserfabrikant, der sichtbar mit Wet-Frisur für sein eigenes Produkt zu werben scheint. Er echauffiert sich über die Täter der letzten Brandstiftungen im Dorf. Die nisteten sich jeweils als Obdachlose in den Häusern ein, die sie dann niederbrannten. Die drei Dienstmädchen melden dem Hausherrn Besuch an. Es ist Josef Schmitz, ehemaliger Ringer, aber jetzt obdachlos. Er bittet zunächst um Essen und Trinken, dann um Unterkunft, wobei er beklagt, dass er stets für einen Brandstifter gehalten werde. Die Dienstmädchen melden Frau Knechtling (Witwe des kürzlich entlassenen Angestellten). Sie bittet um finanzielle Unterstützung. Vergeblich. Nun plötzlich gefällt sich Biedermann in der Rolle des großherzigen Gönners und erlaubt Schmitz, auf seinem Dachboden Quartier zu beziehen. Frau Biedermann warnt vor der potenziellen Gefahr. Sie will Schmitz vor die Tür setzen. Der jedoch überzeugt Frau Biedermann von seiner Solidität, indem er sich für seine fehlenden Manieren entschuldigt, eine Ursache seiner schweren Kindheit. Nun darf er bleiben.
Die Feuerwehr rückt an und kommentiert einem (antiken) Chor gleich das bisherige Geschehen und fasst zusammen: „Eins, eins, zwei – die Rettung kommt herbei.“
Wally Eisenring – angeblich von der Feuerversicherung – klingelt. Schmitz erkennt in ihr seine Komplizin, die nun vorerst unbemerkt auf dem Dachboden einzieht. In der Nacht schleppen die beiden polternd Kanister herbei und stapeln sie auf dem Dachboden. In gedehnter Verlangsamung des Geschehens steigert sich die Spannung, womöglich entdeckt zu werden. Slapstickartig wird der Transport von einer Seite der Bühne bis hinauf zum Dachbodenpodest zu einer aberwitzigen Spielkuriosität, begleitet von dumpfen Trommelklängen aus dem Hintergrund. Biedermann konnte das nicht entgehen und er fordert beide zum Verlassen des Hauses auf. Da kommt ein Polizist herbei, meldet den Selbstmord des Mitarbeiters Knechtling, sieht die Kanister und fragt nach deren Inhalt. Doch Biedermann flüchtet sich schnell in die Ausrede, darin befinde sich Flüssigkeit für Autowischer.
Der Feuerwehr-Chor rückt an und bringt den Brandschutz in Erinnerung aufgrund des Benzingeruchs. Biedermann gefällt sich weiterhin in der Rolle des großzügigen Gönners und lädt Schmitz und Wally zum Gänsebratenessen ein. Frau Knechtling kommt abermals und wird wieder abgewiesen. Stoisch lässt sie sich abwimmeln. Beim Essen reden die beiden Brandstifter immer offener von Zündschnüren, Zündkapseln und Brandbeschleunigern. Biedermann hilft sogar beim Ausmessen der Zündschnüre, schon zu weit ist er in seinem Selbstbetrug gefesselt. Er möchte sich zudem seine beiden Gäste nicht zu Feinden machen. Und Wally bekennt gerade heraus: „Wir sind Brandstifter!“ Die beste Tarnung ist eben die Wahrheit, weil sie niemand glaube. Die drei Hausangestellten kündigen und fliehen.
Die Sirene heult, die Feuerwehr rückt aus. Die vor der Bühne liegenden Schläuche werden hoch gehalten und durchs Publikum getragen. Wally und Schmitz hatten kurz vorher noch von Biedermann tollkühn Streichhölzer erbeten und auch bekommen. Biedermann und Frau beruhigen sich, dass der Brand zum Glück nicht das eigene Haus betreffe. Und in dem Moment lodern schon die Flammen hoch auf zum unvermeidlichen Showdown mit Rauchschwaden. Da bleibt nur noch festzustellen: „Am besten brennt die Dummheit!“
Eine akribische Regiearbeit lotete intensiv die Vorlage aus. In enger Verbindung zum Text und seiner Szenenabfolge hatten sich die Spielleiterinnen für eine „klassische“ Vorgehensweise entschieden. Die Eigenart aller Figuren war präzise in jeder der Rollen herausgearbeitet und verblüffte geradezu in hoher Sprechkultur und Sprechkraft. Bei den Kostümen war auf Stileinheitlichkeit bis in kleine Details geachtet. Die große Bühne wurde so bespielt, dass die linke Hälfte dem Dachbodenpodest zugewiesen war und auf der rechten Hälfte sich das übrige Geschehen zeigte. Durch geschickte Ausleuchtung waren die Szenen aneinander gebunden. Somit konnten sich alle Mitwirkenden auf der Bühne bereithalten und schnell in die Szenen hineinschlüpfen.
Mit diesem Lehrstück für die Unbelehrbaren gingen die Theatertage glanzvoll zu Ende.
Fotos: Michael Menz
Eindrücke von der Eröffnung:
Fotos: Bernhard Apel





































































