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Berichte von Wolfram Brüninghaus

Bundeswettbewerb Schultheater der Länder
27. 09. - 02. 10. 2025
Braunschweig / Wolfenbüttel
Motto: Schultheater.Vielfalt
 
Hier werden drei Aufführungen aus dem umfangreichen Gesamtprogramm vorgestellt, um einen gewissen Eindruck zu vermitteln.
Prima, sechs Beine!
 
„Käfer“ - Oberschule Bremen-Habenhausen, 6. und 7. Jahrgang unter Leitung von Christine Josefus und mit der choreografischen Unterstützung von Alexandra Beuthin
 
Aus Kafkas Abgründigkeit wendet sich das Geschehen über die Beschäftigung mit dem Kinderbuch „Hilfe, Gregor ist plötzlich ein Käfer“ von Lawrence David und und Delphine Durand hin zu einer Auseinandersetzung mit Andersartigkeit im Jugendalter.
 
Die Mitwirkenden treten aus dem Publikum heraus auf die Spielfläche, tanzenden Leuchtkäfern gleich. Sie artikulieren sich über Wendepunkte in ihrem Leben,  Gefühlsverwirrungen, den Ukraine-Krieg, eigenes Ausgeschlossensein, familiäre Schwierigkeiten, Trennung von der Freundin und über den Tod der Oma. Greta Samsa jedoch klagt: „Hilfe! Ich knacke, ich bin ein Käfer!“ In der Familie herrscht uneingeschränkte Freude, ohne dass jemand Greta als solche wahrnimmt. Geschickt ist die Verwandlung zum Geschöpf mit sechs Beinen kostümtechnisch gelöst. Die Welt um sie friert bildlich ein, während der Käfer sich seines Lebens freut und ausgelassen tanzt. Greta wird allein von ihrer Freundin verstanden und zeigt ihr, welche Superkräfte in Käfern stecken können, während ablehnende Stimmen aus dem Off zu hören sind. Die Ablehnung in der Sportstunde ist bitter. Doch dann geschehen mehrere prachtvolle Metamorphosen hinter einem Glitzervorhang und lösen nach und nach ungeteilte Bewunderung aus. In bemerkenswerten Tanzformationen wird gefeiert und schließlich das Lob der Einzigartigkeit angestimmt: „Ein Käfer, ein Käfer, ein Käfer …. .“ Alle liegen auf dem Rücken und bewegen ihre Beine.
 
Geschickt wurde hier der Begriff Vielfalt aufgenommen, weitergedacht, verarbeitet und theatral vor Augen geführt. Die Jugendlichen feierten in ihrem klug gebauten Stück, präsentiert in zügigem Spielfluss, die Individualität und dabei auch die enthaltene Andersartigkeit. „Vielfalt“ war das Motto des Festivals. Hier geschah eine Punktlandung.​
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„Käfer“ - Oberschule Bremen-Habenhausen, 6. und 7. Jahrgang
​unter Leitung von Christine Josefus und mit der choreografischen Unterstützung von Alexandra Beuthin
- Foto © Madeleine Frauke

​Requiem
 
„Stimmen“ - Blickwechsel Theaterwerkstatt am Ernst-Mach-Gymnasium Haar / Bayern unter Leitung von Thomas Ritter, Simone Heymanns, Lara Frisch und Saskia Krauß
 
„Anstaltsgelände – Übersteigen verboten!“ Ein altes Schild am eisernen Vorhang weist auf den unheilvollen Ort hin, in dem theatrale Auseinandersetzung mit NS-Euthanasieverbrechen stattfindet. Und das Publikum tritt inhaltlich, körperlich und räumlich in Beziehung zum damaligen Geschehen. Es sitzt im leergeräumten Zuschauerraum verteilt auf weißen Papphockern und wird somit Teil eines performativen Gedankenraums.
 
Die Schülerinnen und Schüler des Ernst-Mach-Gymnasiums Haar sahen sich veranlasst, die Geschehnisse in der Anstalt für psychische Erkrankungen an ihrem Heimatort während des Dritten Reichs zu erforschen. Eine Recherchegruppe entwickelte eine Aufarbeitung in einem Stück, das sich immer wieder durch neue  Mitglieder weiterentwickelt und dadurch neu geformt wird. Daraus ist für die Schule ein verdienstvoller Dauerauftrag geworden.
 
Die Gruppe tritt in weißen T-Shirts mit diagonal aufgeklebtem schwarzen Streifen durchs Publikum hindurch bis vor den eisernen Vorhang, dreht sich um und hält die Hände vor Augen und Mund. Ein Mädchen fragt: „Haben Sie sich schon mal gefragt nach dem Wert des unserigen Lebens? Wenn ja, welcher Wert?“ Die Frage löst ein Stapeln von Kartons aus, dem das Nennen von Krankheitssymptomen folgt: schwachsinnig, unzurechnungsfähig, Anfallsleiden, dement, … . Zu jedem Karton wird ein Name und die Persönlichkeitsausprägung genannt, wie aufgeweckt, musikalisch, sportlich, schauspielerisch begabt. „Der Mensch hat keinen Wert, sondern Würde!“ Die Anstaltsleitung kommt zu Wort und rechtfertigt die Einweisung durch willkürliche Diagnosen.
 
Jetzt bekommen die Betroffenen eine Stimme: Helmut Silberberg hatte einen nie begangenen Mord gestanden und landete in der Heil- und Pflegeanstalt (wie euphemistisch klingt der Name der Einrichtung!). Seine Mutter wurde in Auschwitz ermordet. Die Anstalt wandelte sich 1940 zu einer Tötungsanstalt, und rund 4000 Personen wurden ins Lager Grafenegg verlegt. Bedrückend das Prozedere der Selektion und ihrer Durchführung zu Klängen von Johann Sebastian Bach.
 
Das Auf- und Anstellen im Winter im Freien der Anstalt wird mit dokumentarischen Projektionen verdeutlicht. Kardinal Graf von Galens mutige Frage „Hast du, habe ich nur solange das Recht zu leben, als wir produktiv sind?“ musste gesagt sein. Und gleich danach wird das Aussortieren mit dem Publikum praktiziert. Gelb-schwarze Bänder unterteilen willkürlich den Zuschauerraum in Bleiben oder Gehen. Die Tötungsanstalt Hartheim in Österreich, ein Außenlager des KZ Mauthausen blieb nicht unerwähnt. Ein nachgestellter Rundgang durch das Lager zeigt den Aufnahme- und Technikraum sowie das Krematorium, in dem in den Jahren 1940 bis 1944 30000 Menschen ermordet wurden.
 
Weiße, frei gebliebene Papphocker werden vorne zu einer Projektionswand gestapelt, auf der Bilder der Heil- und Pflegeanstalt (Irrenanstalt) Haar von damals gezeigt werden. Die Wand wird in grellem Gegenlicht durchbrochen. Alle in einer Reihe legen sich aneinander auf den Boden. Danach werden die Kartons zurück ins Publikum getragen. Die Szene wird begleitet von einem immer leiser werdenden, in der Unhörbarkeit verebbenden Sirrton und lässt hier einen magisch stillen Schluss vermuten. 
 
Doch die theatrale Dokumentation muss noch das Außenlager Kaufbeuren nennen, in dem das Schicksal zweier Jungs, (angeblich triebhafte Psychopathen und Diebe) zum Teil chorisch berichtet wird. Die Nennung der Namen Emmy Rowohlt und Ernst Lotter, Helmut Rösle, Josef Schneller, Robert Nieberle, Katharina Schreiber, Josef Pfaffhofer und Johann Habschneller geben den Betroffenen, alle Opfer der Kindereuthanasie, eine Stimme. Das sind Stimmen, die anklagen, Stimmen gegen das Vergessen, Stimmen, die nie verhallen dürfen.
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„Stimmen“ - Blickwechsel Theaterwerkstatt am Ernst-Mach-Gymnasium Haar / Bayern
​unter Leitung von Thomas Ritter, Simone Heymanns, Lara Frisch und Saskia Krauß - Foto © Madeleine Frauke
Open-End
 
„Countdown“ - Geschwister-Scholl-Gymnasium Sangerhausen / Sachsen-Anhalt
Theater-AG Dreams 'n' Roses unter Leitung von Gabriele Horn
 
Viele Gedanken, Standpunkte, Einstellungen zu und Erscheinungsformen von Toleranz, Anderssein von Gewalt und Aggression bekommen ihre inhaltliche Struktur und ihre äußere Form, in denen die Problematiken theatral verhandelt werden. In einem Countdown (akustisch begleitet) werden biografische Sequenzen auf vielfältige Weise abgebildet. Und dafür dient ein arenaartiger Spielraum, dessen Boden mit Bändern in zehn Segmente unterteilt ist. Das Publikum sitzt an vier Seiten außen herum bzw. auf der Galerie mit reizvoller Draufsicht.
 
Weiß gekleidet nehmen die Jugendlichen mit weißen Masken in einer Bewegungschoreografie den Raum ein und legen sogleich los. Noch neutrale Wesen, die sich ihre Farbigkeit erst noch erspielen werden. Der Countdown läuft: Zehn „Narbengeschichten“ geben Einblick in aktuelle Betroffenheiten.  Ein körperliches Handicap wird mit harten Worten herabgewürdigt. Nagellack bei Jungs ist Anlass, als schwul abgestempelt zu werden. Die Zahnlücke lässt mangelndes Geld für eine Zahnspange vermuten. Vorwürfe wie „ich hasse dich“ können schnell zurückschlagen in selbstzerstörerisches „ich hasse mich“. Modische Kleidung, Art der gepflegten Kontakte und insgesamt das Erscheinungsbild werden kritisiert. Andersartig erscheinen Meditationsgruppen. Und von Mal zu Mal rücken die Spielerinnen und Spieler weiter auf den Skalasegmenten. Familie, Freundschaft, Geborgenheit geben Anlass zu hässlichen Bemerkungen, wie „wenn du einen Mann heiratest, bist du nicht mehr Muttersohn“. Schimpfwörter durchziehen den Alltag: Kameltreiber, Kopftuchmädchen, Hure. Zeitungslektüre löst Angstzustände aus. Live geben dazu Gitarre und Geige sowie Chorgesang musikalische Begleitung. Immer wieder kommen große, durchsichtige Plastikboxen hörbar zum Einsatz, um zu demonstrieren, dort hinein nicht zu passen. Ein Schrei beendet den Countdown, ein Schrei der Erleichterung von belastenden und verwirrenden Alltagsauseinandersetzungen. Nur eins wollen sie noch wissen: „Wer bestimmt jetzt, was normal ist?“ Eine von vielen möglichen Antworten geben sie selber: „Sei stolz auf dich!“, um danach die vierte Wand zu durchbrechen und sich mit dem Publikum (nach allen Seiten zugewandt) einem Gespräch zu stellen. Die zu Beginn schon ausgelegten Textstreifen geben dafür Fragen vor, wie zum Beispiel: Was hat dich am  meisten verletzt? Welche Worte haben dich am härtesten getroffen? Wie reagierst du auf Verletzungen? Wann war ich gedankenloser Akteur? Es wird so angeregt miteinander gesprochen, dass erst nach einiger Zeit zaghafter, dann umso herzlicher Applaus dem Stück ein Ende setzt.
 
Die Vielfalt der Erscheinungsformen von Intoleranz fand durch die innere und äußere Struktur Zusammenhalt und ermöglichte so eine lebendige Auseinandersetzung in effektvollem Einsatz unterschiedlicher theatraler Mittel. Klar, offen, ehrlich, mutig, zielgenau.
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„Countdown“ - Geschwister-Scholl-Gymnasium Sangerhausen / Sachsen-Anhalt
Theater-AG Dreams 'n' Roses unter Leitung von Gabriele Horn - 
Foto © Madeleine Frauke

Diese Produktionen aus den übrigen Bundesländern präsentierten sich:
 
„Und plötzlich war sie unerwünscht“
Hohenzollern-Gymnasium Sigmaringen / Baden-Württemberg  und Theaterlabor Sigmaringen – Vichy / Frankreich unter Leitung von Fabrice Debusset und Annemarie Kastelsky
 
„More than a box“
Albrecht-Dürer-Gymnasium Berlin unter Leitung von Andrea Romy Schneider
 
„Welten“
Friedrich-Engels-Gymnasium Senftenberg / Brandenburg unter Leitung Marita Schellack und Frank Engelhardt
 
„Die verwandelten Elfen“
Schule Rothestraße Hamburg, Klasse 3c
 
„Hamsterrat“
Carl-Schomburg-Schule Kassel / Hessen, DS G9 unter Leitung von Julia Wöllenstein
 
„Wachstumsschmerz“
Gymnasium Sanitz / Mecklenburg-Vorpommern, Klasse 8b unter Leitung von Daniel Scholz und Emma Abel
 
„Die Welt den Träumern“
Peter-Räuber-Schule (Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung) und Gymnasium im Schloss Wolfenbüttel / Niedersachsen unter Leitung von Antonia Dorothea Bührig, Julia Garasch und Anika Denicke
 
„Amphitryon“
Marienschule Münster /Nordrhein-Westfalen, Ensemble ARTIG unter Leitung von Christian Reick und Josy Streil
 
„Draußen vor der Tür – jung, pleite, verzwEIFELt“
Geschwister-Scholl-Gymnasium Daun / Rheinland-Pfalz, Darstellendes Spiel Kurs Jg. 12 unter Leitung von Tanja Finnemann
 
„Viel Lärm um Nichts – (k)ein Drama auf der Party“
Ludwigsgymnasium Saarbrücken / Saarland, DS Kurs 10 unter Leitung von Svenja Koidl
 
„Jason & die Astronauten“
Berufliches Gymnasium des BSZ für Elektronik Dresden / Sachsen, THEATERKOLLEKTIV B14 unter Leitung von Ben Graul und Andreas Pucka
 
„Für dein vollkommenes Wohl“
Landesförderzentrum Sehen in Schleswig / Schleswig-Holstein, mach doch mal Theater unter Leitung von Martina Müller-Korn
 
„Funken“
Evangelisches Ratsgymnasium Erfurt / Thüringen, Theater am EvRG unter Leitung von Vincent Kresse
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