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Bundeswettbewerb Schultheater der Länder (SdL) 2024 
22. bis 27. 9. 2024 in Bremen - Ein Rückblick von Wolfram Brüninghaus
 
Die Festivaltage standen unter dem Motto „Schultheater.Leben“. Ein Allerweltsmotto auf den ersten Blick, aber Lebensbedingungen und Lebensumstände in ihrer Vielfalt sind Anlässe genug für theatrale Auseinandersetzungen.
Um einen Teileinblick zu erhalten, berichte ich über drei Aufführungen, besonders eingehend über den Beitrag aus Bayern.
 
Der bayerische Beitrag „[Maybe] - A tale of two cities“ kam vom Carl-Orff-Gymnasium Unterschleißheim unter Leitung von Michael Blum und Stefanie Höcherl.
 
Du schwarz! Ich weiß!
 
25 Jugendliche aus Südafrika (aus der Eersterivier Secondary School Kapstadt) und Deutschland pflegten Austausch an ihren Heimatorten und daraus entstand ein Stück, das Unterschiede beleuchtete. Deutsch in Unterschleißheim und Afrikaans in Kapstadt – also wurde Englisch die gemeinsame Sprache der Verständigung des Spiels. Die Isarmetropole auf der Suche nach Identität, das Bestreben, jemand Besonderes zu sein, und dann der Tourismusmagnet Cape Town mit dem Aufeinanderprallen von Arm und Reich auf engstem Raum. Beide Städte zerfallen in mehrere und werden lebendig in einem Spiel von unüberbietbarer Expressivität, durchchoreografierter Bewegungsästhetik und bewusst aneinander, aber auch gegeneinander gesetzter Handlungsabläufe. Das lustvolle Betrachten der Aktionen in ihrer Ausführungsqualität machte den Besuch der Aufführung zu einem beglückenden Erlebnis.
 
In die erstarrte Bewegungsausgelassenheit einer Gruppe deutscher Jugendlicher bricht eine singend hereinstürmende Jugendgang aus Südafrika. Ansteckend. Da wird rhythmisch abgetanzt und andererseits geschuhplattelt, was das Zeug hält. Wie von Zauberhand stehen sich im Nu die beiden Gruppen gegenüber und preisen jeweils abwechselnd die lokalen Vorzüge ihrer beiden Städte München und Kapstadt in Deutsch, in Englisch mit einem unerschöpflich kommentierenden Bewegungsreichtum: nördlichste Stadt Italiens gegen Kapstadt im Schatten des Tafelbergs, attraktives Kulturangebot gegen Spaziergänge am Clifton Beach, Nähe der Alpen, Sauberkeit und Sicherheit gegen Chardonnay auf einer Weinfarm in Stellenbosch. Wird das wohl die Geschichte zweier Städte? In fließendem Übergang geht es zu einer witzigen Telefonszene, in der die Jugendlichen eigene Zukunftspläne mitteilen, bis wir uns plötzlich in der Geschichte des berühmten Karl Brenner wiederfinden. Die Inspiration dazu kam von Daniel Kehlmanns Buch „Ruhm“. Da legt sich der Techniker Ebeling ein Mobiltelefon zu, bekommt jedoch die aktive Nummer eines anderen Teilnehmers namens Ralf Tanner, der jetzt hier im Stück zu Karl Brenner wird. Nicht für sich bestimmte Anrufe verführen dazu, die Rolle des anderen, des berühmten Schauspielers, zu übernehmen. Der Promikult und eigene Infragestellungen finden hier ihren breiten Raum. Die ausgelöste Verwirrnis gehorcht in ihrer Bewegungsvielfalt musikalischen Strukturgesetzen: Tutti, solo, furioso, andante, crescendo, ritardando, Taktwechsel liegen allen Aktionen zugrunde, die dem Bühnenraum anvertraut werden. Es ist schon eine große Kunst, mit welcher Vielfalt an exakten Bewegungen die Bühnensprache Englisch angereichert und das Geschehen verlebendigt wird. Faszinierende Gruppenchoreografien kommentieren ohne Sprache, verbinden Szenen miteinander und lassen eine Bildwirkung entstehen, die in Verbindung mit dem Singen eines afrikanischen Liedes atmosphärische Tiefe erreichen. Das Geschehen hat inzwischen seine Verortung ganz nach Afrika verlagert, Erlebnisse vor Ort werden schlaglichtartig aufgegriffen und in der bisher so souverän praktizierten  Bühnensprache liebevoll bewegt gestaltet. Das geht natürlich nicht ohne kritische Blicke auf örtliche Zustände, die beklommen machen. Eine Demo gegen Missstände mit Hausbesetzungen und Obdachlosenproblematik wird rüde aufgelöst. Eine Demonstrantin, die vorher ihr Baby seitlich abgestellt hatte, um mitzudemonstrieren, vermisst schließlich schreiend ihr Kind. Da betritt die Person die Bühne mit dem Kleinen im Arm, die vorher im Auto vorbeigefahren war und das Kind bemerkt hatte. Sie herzt das Kind, singt es in den Schlaf und verschwindet im Dunkeln. Rettung, Raub, Entführung?
 
Die Jugendlichen waren zumeist gekleidet mit schwarzen Jacken, Hosen und Krawatten und kontrastierten ihr Aussehen durch weiße Hemden. Dieser Unterschied lag ja auf der Hand, als sich die Mitwirkenden aus den beiden Ländern an die Arbeit ihres Bewegungsprojekts machten. Bis auf sparsam dosierte farbige Beleuchtungseffekte und wenige notwendige, mitspielende Requisiten blieb die Bühne schwarz.
 
Auch wenn es durchaus reizvoll gewesen wäre, Diskrepanzen zwischen den beiden Städten in Englisch („Zweitsprache“ in Südafrika) und Deutsch/Bayrisch durch das ganze Stück hindurch herauszuspielen, war jedoch die getroffene Entscheidung ein Entgegenkommen beider Seiten, sich auf den Kompromiss Englisch zu einigen. Und ein Theatererlebnis der ungewöhnlichen Art ist trotzdem daraus geworden, auch wenn manchmal sprachliche Unverständlichkeiten irritierten.

SDL 2024 MAYBE - Fotos © Claudia Hoppens
Noch kurz komme ich auf den Beitrag der Eichenschule Scheeßel / Niedersachsen zu sprechen. Die Aufführung „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann unter Leitung von Anika Martens wurde sehr kontrovers rezipiert und diskutiert.

Wilde Raserei
 
Es fängt ganz romantisch an mit vier Paaren. Die Mädchen tragen Reifrockgestelle, und wummernde Musik scheint ins Land der Träume, aber schnell auch ins Land der Albträume zu führen. Doppelmaskenwesen treiben ihr Unwesen. Die vier Mädchen taumeln von der Bühne. Der Vorhang fällt. Vorhang auf. Zwei Mädchen nehmen aus einer Holztruhe Briefe heraus, die sie vorlesen. Nathanael sitzt an einer Schulbank und schreibt. Er weiß, dass der Sandmann die Augen der Kinder stiehlt. Ein Geist bedroht ihn, Coppelius, der Freund sein es Vaters, tröstet. Wieder Vorhang zu und auf. (Gab's keine andere Möglichkeit des Szenenübergangs?) In eine Familienidylle mit Mutter und Töchtern am Tisch platzen vier Geister herein und treiben ihr Unwesen. Sie haben es auf die Augen der einen Tochter abgesehen. In hart realistischer Spielweise wird sie in wild schreiender Raserei ihrer Augen beraubt, die auf die Bühne rollen. Vorhang zu und auf. Das Liebespaar Clara und Nathanael wird von Selbstzweifel an ihrer Liebeskraft geplagt. Da sieht Nathanael die scheinbar perfekte, emotionslose Olimpia auf einem Balkon. Er gibt sich der Fantasieliebe hin, bis er schließlich erfährt, dass Olimpia eine mechanische Puppe ist. Vor einem Bergpanorama küssen sich Clara und Nathanael. Düster schwarz endet das Stück mit Nathanaels Tod, der dann doch nicht den Geistern entkommen konnte. Alle singen mehrstimmig ein eigens komponiertes Lied, um aus der Dunkelheit von Angst, Leid, Wahnsinn und Albtraum in Mut machende Helligkeit zu entkommen.
SDL 2024 DER SANDMANN - Fotos © Manja Herrmann
Gerne berichte ich noch vom Stück der Questenburg-Grundschule Meißen / Sachsen. Es hieß „Vor, zurück, zur Seite, ran – auf der Suche nach (der) Zeit“ und stand unter der Leitung von René Trobisch.

Kindliche Philosophie?
 
Die spielerische Reflexion über die Zeit war in einzelnen Szenen liebevoll aneinandergereiht. Da wurden Fragen gestellt: Was passiert, wenn wir warten? Warum vergeht Zeit? Was ist überhaupt Zeit? … Sich den Fragen annähernde Antworten erspielten die Kinder launig, z.B. in einer größeren Szene mit der Arbeit an einer Zeitmaschine. Die beiden Jungs (Professor und Assistent) gerieten derart in einen Spielfuror, dass sie ihre Rolle vergaßen, albernd improvisierten und kein Ende finden konnten. Bekannte Workshopübungen (grundsätzlich gut, sie einzubauen) wurden unaufmerksam, gelangweilt und unexakt ausgeführt. Anfangs- und Endbild blieben gleich und setzten einen optischen Ringschluss: eine Sanduhr auf einem kleinen Podest. Und der Schlusssatz war wohl kaum das Resultat kindlichen Philosophierens: „Uns geht es um eine Stunde. Wenn sie glücklich ist, ist's viel. Nur das Maß des Glücks entscheidet.“
SDL 2024 VOR ZURÜCK Fotos © Kerstin Rolfes
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